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Sicht auf Avignon von der Brücke
🇫🇷 Frankreich🌄 On the road🚐 Van life

FR26.7 Avignon

6. Juni 2026Von Stefan
Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~4 Minuten

Avignon wurde uns von vielen Menschen empfohlen. Andererseits springt einem die Stadt auch sofort ins Auge, sobald man irgendeine Karten-App öffnet. Sie gehört einfach zu den offensichtlichen Zielen, wenn man durch Südfrankreich reist.

Die Herausforderung als Camper oder Vanlifer ist dabei wie so oft: Wo übernachtet man?

Da wir mehrfach von Einbrüchen gehört hatten, entschieden wir uns diesmal bewusst für offizielle Campingplätze statt für freies Stehen. Der Campingplatz, den wir ursprünglich ausgesucht hatten, war allerdings wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen, sodass wir für die erste Nacht spontan umplanen mussten.

So landeten wir bei Dominique und ihrem Mann, einem französischen Paar, das selbst in einem umgebauten LKW auf dem eigenen kleinen Campingplatz lebt.

Zur Begrüßung bekamen wir einen etwa 90-minütigen Monolog serviert. Darin ging es um alles Mögliche: Was man unbedingt sehen sollte, was man lieber vermeiden sollte und vor allem darum, wie man verhindert, dass das Fahrrad geklaut wird.

Jede Minute hat sich gelohnt, alleine schon, wegen den kleinen Geschichts-Exkursen.

Nach einer herrlich ruhigen Nacht wurden wir am nächsten Morgen vom Fasan der Nachbarn geweckt. Ein kleines bisschen bereuten wir es, nicht noch ein paar weitere Nächte bei Dominique gebucht zu haben. Aber wir hatten bereits gebucht und somit war es zwecklos weiter darüber nachzugrübeln.

Also machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Campingplatz: Lodge & Nature.

Unsere Erfahrung mit klassischen Campingplätzen ist bisher noch überschaubar, aber dieser Platz hat sich sofort auf Platz eins unserer persönlichen Liste geschoben.

Die Größe ist perfekt, der Pool fantastisch, die Lage mitten im Wald herrlich ruhig und gleichzeitig fühlt sich alles lebendig an. Das Personal war unglaublich freundlich, die Sanitäranlagen makellos sauber und selbst Restaurant und Bar waren deutlich besser als erwartet.

Eigentlich hatten wir nur drei Nächte gebucht.

Am Ende wurden daraus sieben.

Und selbst diese Woche verlängerten wir immer nur tageweise, weil wir uns einfach nicht zum Weiterfahren durchringen konnten.

Mit dem Fahrrad erreicht man die Altstadt von Avignon in ungefähr zehn Minuten – entweder über die Brücke oder mit der kostenlosen Personenfähre.

Dank eines Tipps von Dominiques Mann schlossen wir unsere Fahrräder in den Fahrradboxen direkt unterhalb des Papstpalastes ein und machten uns auf den Weg durch die Stadt.

Nachdem wir zuvor hauptsächlich kleine französische Dörfer besucht hatten, wirkte Avignon zunächst etwas überwältigend.

Die Stadt war voll, lebhaft und kämpft ganz offensichtlich mit den Auswirkungen des Massentourismus. Das Erkunden kostete deutlich mehr Energie als in den kleineren Orten, die wir bisher besucht hatten.

Außerdem erwischten wir uns ständig dabei, auf das Handy zu schauen, um den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit zu finden.

In kleinen Dörfern kann man sich einfach treiben lassen und verlaufen.

In Avignon kann das schnell dazu führen, dass man plötzlich deutlich weiter weg ist als geplant.

Natürlich entschieden wir uns auch für den Besuch des berühmten Papstpalastes und der ebenso berühmten Brücke.

Wenn schon Avignon, dann richtig.

Beides sind beeindruckende Bauwerke und definitiv einen Besuch wert. Überrascht hat uns allerdings, wie leer viele Räume im Papstpalast waren.

Wir sind es von ähnlichen historischen Orten gewohnt, dass Ausstellungen oder Nachbildungen zeigen, wie das Leben dort früher ausgesehen haben könnte. Hier wirkten viele Räume dagegen fast komplett leer.

Zwar gibt es eine App, die die Räume digital zum Leben erwecken soll, aber die Vorstellung, einen historischen Ort mit dauerhaftem Blick aufs Handy zu besichtigen, fanden wir beide nicht besonders reizvoll.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, durch die Straßen zu schlendern und all die Empfehlungen auszuprobieren, die wir in den letzten Tagen gesammelt hatten.

Und tatsächlich stellte sich jede einzelne als lohnenswert heraus.

Avignon ist ohne Zweifel eine Stadt, die man gesehen haben sollte.

Unserer Meinung nach ist der eigentliche Geheimtipp allerdings der Nachbarort Villeneuve-lès-Avignon.

Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Beitrag.