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Kuldiga Brücke
🇱🇻 Lettland🌄 On the road🚐 Van life
Episode #118

🇱🇻 Kuldīga – Ein Stadt, in der die Fische durch die Luft fliegen

05.10.2026 – 07.10.2026Von Kathrin (7. November 2026)
← Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~3 Minuten

Willkommen in Kuldīga, auf Deutsch Goldingen, einer der charmantesten Kleinstädte Lettlands.

Kuldīga liegt im Westen Lettlands und hat eine wunderschöne historische Altstadt, die seit 2023 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Enge Gassen, Kopfsteinpflaster, alte Holzhäuser und hübsche Fassaden verleihen der Stadt ihren besonderen Charme. Viele Gebäude stammen noch aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als Kuldīga eine bedeutende Stadt im Herzogtum Kurland war.

Bei fantastischem Wetter schlenderten wir durch die Straßen. Auffällig viele junge Leute waren unterwegs, und überall entdeckten wir einladende Cafés und Restaurants.

Die waren so verlockend, dass die Küche in Wilma gleich an beiden Abenden kalt blieb. Erst gab’s leckere Steinofenpizza, am nächsten Abend Burger.

Lettische Spezialitäten? Ähm, ja … vielleicht beim nächsten Mal. Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Unser Stellplatz lag direkt an der Venta, einem rund 346 Kilometer langen Fluss, der durch Litauen und Lettland fließt und schließlich in die Ostsee mündet. Bis zur Altstadt waren es nur wenige Gehminuten. Gleich neben Wilma stand ein neuer Aussichtsturm, den wir natürlich erklimmen mussten.

Der Stellplatz hatte allerdings noch eine weitere Besonderheit: Offenbar war er ein beliebter Treffpunkt für junge Leute mit aufgemotzten Autos, die spätabends gerne ihre Motoren aufheulen ließen.

Dieses Phänomen war uns im Baltikum schon häufiger begegnet. Warum das hier so beliebt ist, bleibt uns ein großes Rätsel.
Vielleicht gibt es irgendwo eine baltische Meisterschaft im nächtlichen Motorenaufheulen.

Zum Glück dauerte das PS-starke Konzert nur wenige Minuten. Danach verschwanden die Hobbyrennfahrer und wir konnten weiterschlafen.

Europas breitester Wasserfall und fliegende Fische

Am nächsten Morgen begrüßte uns wieder strahlender Sonnenschein. In unserer Mittagspause spazierten wir zum Ufer der Venta, wo sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lettlands befindet: die Ventas Rumba.

Mit etwa 249 Metern Breite gilt sie als der breiteste natürliche Wasserfall Europas.

Wer jetzt an die gewaltigen Niagarafälle denkt, wird allerdings enttäuscht sein. Die Ventas Rumba ist gerade einmal rund zwei Meter hoch.

Was ihr an Höhe fehlt, macht sie eben durch Breite wett.
Und im Herbst gibt es hier ein besonderes Naturschauspiel.

Die Fische fliegen!

Im Herbst ziehen unter anderem Lachse und Meerforellen flussaufwärts zu ihren Laichgebieten. Um weiterzukommen, müssen sie die Felskante des Wasserfalls überwinden.
Also springen sie.
Und springen.
Und springen.

Wir standen völlig fasziniert am Ufer und beobachteten, wie die Fische aus dem Wasser schossen, nur um kurz darauf wieder zurückzuplatschen.

Die meiste Zeit sah das ziemlich aussichtslos aus.
Vielleicht etwas mehr Anlauf?
Oder eine andere Stelle ausprobieren?
Aber nein. Offenbar gilt hier: Nicht aufgeben, irgendwann klappt’s schon!

Ein ähnliches Schauspiel hatten wir schon einmal in Kanada erlebt. Dort musste man allerdings damit rechnen, dass plötzlich ein Bär auftaucht, um sich sein Mittagessen zu sichern.

In Kuldīga war diese Gefahr erfreulich gering.

Kuldīga war eigentlich nur als Zwischenstopp geplant. Am Ende wurde die Stadt zu einer unserer schönsten Überraschungen in Lettland.