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Blick auf Lac Sainte-Croix
🇫🇷 Frankreich🌄 On the road🚐 Van life

FR26.16 Lac de Sainte-Croix & Gorges du Verdon

24. Juni 2026Von Stefan
Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~4 Minuten

Wie bereits erwähnt, hatten wir unseren Aufenthalt am Lac de Sainte-Croix auf zwei verschiedene Standorte aufgeteilt. Nachdem wir einige wunderbar ruhige Nächte verbracht und Moustiers-Sainte-Marie erkundet hatten, wechselten wir auf den “richtigen” Campingplatz.

Damit meinen wir einen größeren und etwas kommerzielleren Campingplatz. In diesem Fall bedeutete das allerdings keineswegs, dass er weniger schön war.

Ganz im Gegenteil.

Die Betreiber hatten sich bei der Gestaltung und Dekoration wirklich Mühe gegeben. Ein besonderes Highlight waren die Duschen. Sie sahen aus wie ein ganz normales Sanitärgebäude, hatten aber kein Dach.

Bei unserer Ankunft fuhr uns der Besitzer in einem kleinen Golfcart über das Gelände und zeigte uns sämtliche freien Stellplätze, aus denen wir wählen konnten.

Stellplatz Nummer 41 wurde unser neues Zuhause.

Lange hielten wir uns dort allerdings nicht auf und machten uns direkt auf den Weg zum Strand.

“Wir” hatten keine Lust zu kochen.

(Okay, okay, erwischt – Kathrin kocht meistens, aber an diesem Abend wollten wir mal ausgehen…)

Also gingen wir stattdessen in das kleine Dorf direkt oberhalb des Campingplatzes.

Und klein ist hier wirklich wörtlich zu nehmen.

Trotzdem gibt es dort einen Wochenmarkt mit frischen Produkten und allem, was man sonst so braucht, einen Supermarkt und mehrere Restaurants.

Die meisten dieser Restaurants verlangen allerdings ziemlich absurde Preise.

7 Euro für ein 0,33-l-Bier zum Beispiel.

Das darf man durchaus als Touristenfalle bezeichnen.

Neben dem direkten Zugang zum See hatten wir uns auch deshalb für diesen Campingplatz entschieden, weil man von dort die Gorges du Verdon sehr gut erreichen kann.

Also machten wir uns am Freitag auf den Weg und fuhren Teile der spektakulären Panoramastraße entlang der Schlucht.

An den verschiedenen Aussichtspunkten boten sich Ausblicke, bei denen einem regelmäßig die Kinnlade herunterfiel.

An einem dieser Aussichtspunkte hörten wir jemanden immer wieder den Namen “Anja” rufen.

Als wir zu ihm gingen, erklärte er uns, dass er seit etwa 45 Minuten auf seine Frau wartete. Da er Höhenangst hatte, traute er sich nicht, um die Ecke zu gehen und nachzusehen.

Also übernahmen wir das.

Mit leicht erhöhtem Puls hofften wir natürlich, nichts Schlimmes zu entdecken.

Zum Glück fanden wir weder seine Frau noch sonst jemanden irgendwo abgestürzt vor.

Stattdessen entdeckten wir, dass es einen zweiten, von seinem Standort aus nicht sichtbaren Weg gab.

Wir überzeugten ihn, gemeinsam mit uns zurück zum Parkplatz zu gehen, da wir vermuteten – und inständig hofften –, dass seine Frau dort auf ihn wartete.

Und genau so war es.

Wie sich herausstellte, hatten die beiden einfach unterschiedliche Wege zum Aussichtspunkt genommen und sich dabei aus den Augen verloren.

Es war wirklich schön zu sehen, wie sie sich minutenlang umarmten und vor Erleichterung und Freude sogar ein paar Tränen vergossen.

Leider kennen wir genügend Menschen, die stattdessen sofort eine Diskussion darüber begonnen hätten, wer denn nun schuld gewesen sei…

Mit dem guten Gefühl, zumindest eine kleine gute Tat vollbracht zu haben, kehrten wir zum See zurück und mieteten uns ein Tretboot, um die Schlucht vom Wasser aus zu erkunden.

Wir fuhren so weit hinein, wie es erlaubt ist, und nutzten die Gelegenheit natürlich auch für eine kleine Schwimmeinlage.

Zu unserer Überraschung war das Wasser dort deutlich kälter als an “unserem” Strand, weshalb das Badevergnügen etwas kürzer ausfiel als geplant.

Die Gorges du Verdon sind schlicht beeindruckend und ein absolutes Muss, wenn man in der Gegend unterwegs ist.

Für den Rest unseres Aufenthalts nutzten wir jede Gelegenheit, in den See zu springen: in Arbeitspausen, nach Feierabend, am Abend …

Eigentlich immer dann, wenn es möglich war.

Das Wasser hatte die perfekte Temperatur und war die ideale Antwort auf die konstanten 33°C und mehr.

Der See und die gesamte Umgebung haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem unserer absoluten Lieblingsorte auf dieser Welt entwickelt.