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Blick auf die Berge und die Kirche bei Moustiers-Sainte-Marie
🇫🇷 Frankreich🌄 On the road🚐 Van life

FR26.15 Moustiers-Sainte-Marie

21. Juni 2026Von Stefan
Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~4 Minuten

Wenn ihr euch jemals in der Provence wiederfindet und keine Ahnung habt, was ihr besuchen solltet (was irgendwie seltsam wäre, denn hier ist wirklich alles malerisch), dann würden wir sagen: Moustiers-Sainte-Marie ist DAS Dorf, das man unbedingt gesehen haben muss.

Es gilt sogar als eines der schönsten Dörfer Frankreichs, wenn nicht sogar als das schönste. Das ist nicht erfunden – es gehört offiziell zu den Les Plus Beaux Villages de France! Und das völlig zu Recht.

Trotzdem ist es gleichzeitig das einzige Dorf, das wir bisher erlebt haben, in dem das Parken von allem, was größer als ein Einkaufswagen ist, zu einer echten Herausforderung wird. Es gibt einen Parkplatz für Autos (Höhenbegrenzung 1,90 m) und einen Campingplatz (etwa 16 €) für alles was sich Camping-Fahrzeug schimpft. Darüber hinaus heißt es entweder suchen oder kreativ werden.

Wir entschieden uns für Kreativität.

Während wir Wilma auf einem Grünstreifen hinter einer Bushaltestelle parkten, beobachteten wir, wie dieselben vier Campervans immer wieder vorbeifuhren, auf der verzweifelten Suche nach einem Platz für ihr Zuhause auf Rädern. Ob der Parkplatzmangel Absicht ist, um den Touristenansturm einzudämmen, oder einfach ein Versäumnis, können wir nicht sagen.

Nachdem wir erfolgreich geparkt hatten, machten wir uns auf den Weg ins Dorf.

Gerade als wir den steilen Anstieg hinter uns gebracht hatten und der Schweiß in Strömen floss, stellte ich fest, dass ich die falsche Kamera dabeihatte. Für die Aussicht brauchte ich sowohl ein Weitwinkel- als auch ein Teleobjektiv.

Also ging es wieder komplett nach unten.

Und anschließend wieder komplett nach oben.

Sport für diese Woche erledigt 💪

Wenn man nach dem Aufstieg um die erste Ecke biegt und das Dorf richtig vor sich sieht, ist man fast ein wenig überfordert, weil man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll.

Auf die kleinen Gassen voller Cafés und Geschäfte?

Auf die Kirche hoch oben am Hang?

Auf den berühmten Stern zwischen den Felsen?

Auf den kleinen Bach, der sich durch das Dorf schlängelt?

Auf die unzähligen Blumen, Pflanzen und Bäume?

Oder doch auf die Kirche im unteren Teil des Dorfes?

Wie in vielen Dörfern der Provence liegt auch hier überall der Duft von Sternjasmin in der Luft, der dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Ganz ehrlich: Moustiers-Sainte-Marie ist einfach atemberaubend schön.

Da ich vermutlich ungefähr fünf Liter Schweiß verloren hatte, nachdem ich den Hügel gleich zweimal erklommen hatte, beschlossen wir zunächst, dass Eis medizinisch notwendig sei.

Kathrin bezahlte einen nicht näher genannten Betrag (bis heute weigert sie sich, ihn mir zu verraten), aber das Eis schmeckte himmlisch.

Vielleicht auch, weil wir dem Himmel inzwischen ein kleines Stück näher gekommen waren.

Ein paar Fakten zum Dorf:

  • Spektakuläre Lage: Das Dorf liegt zwischen steilen Kalksteinfelsen am Rand der Verdon-Region, direkt in der Nähe der berühmten Gorges du Verdon, die oft als Grand Canyon Europas bezeichnet werden.
  • Der geheimnisvolle Stern: Zwischen zwei Felsen hängt an einer Kette ein goldener Stern. Die Felsen sind etwa 225 Meter voneinander entfernt. Einer Legende nach wurde der Stern von dem Kreuzritter Blacas aufgehängt, nachdem er wohlbehalten aus der Gefangenschaft zurückkehrte.
  • Uralte Ursprünge: Die Geschichte des Dorfes reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück, als Mönche von den Lérins-Inseln ein Kloster in Höhlen am Felsen gründeten. Der Name “Moustiers“”stammt vom lateinischen monasterium.
  • Zwei wunderschöne Kirchen:
    • Die Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption mit ihrem markanten lombardischen Glockenturm.
    • Die Kapelle Notre-Dame de Beauvoir, die über 262 Stufen erreichbar ist und mit fantastischen Ausblicken belohnt.
  • Ein Wasserfall mitten im Dorf: Eine Quelle entspringt direkt im Felsen und bildet einen Wasserfall, der durch das Dorf fließt und früher Mühlen und Werkstätten antrieb.
  • Kleine Einwohnerzahl: Trotz seines internationalen Ruhms leben hier nur rund 700 Menschen, was dem Dorf eine erstaunlich persönliche und authentische Atmosphäre verleiht.

Wir hatten den perfekten Zeitpunkt für unseren Besuch erwischt und das Dorf wurde vom Nachmittagslicht wunderschön in Szene gesetzt.

Einfacher wurden die 262 Stufen zur oberen Kapelle dadurch allerdings nicht.

Der Weg besteht größtenteils aus glatt geschliffenen Steinen und die sind unglaublich rutschig. Wirklich unglaublich rutschig. Bei Nässe würden wir den Aufstieg definitiv nicht empfehlen.
Tatsächlich fühlten sich die 2.000 Stufen hinauf zum Reinebringen in Norwegen deutlich einfacher an.

Die Kapelle ist jedoch jeden einzelnen Schritt wert und die Aussicht über die Umgebung sogar noch mehr.

Nachdem wir schließlich jede Ecke des Dorfes erkundet hatten, wirkten die Restaurants einfach zu verlockend und wir beschlossen, den Tag mit einem Abendessen in einer der kleinen Gassen ausklingen zu lassen.

Besonders überrascht hat uns, dass die Preise trotz des Ruhms des Dorfes völlig normal waren und sich keineswegs nach Touristenfalle anfühlten.

Mit vollen Bäuchen und vielen neuen wunderbaren Erinnerungen rollten wir schließlich den Hügel zurück zu Wilma hinunter.
Sie stand noch genau dort und genauso, wie wir sie verlassen hatten.

Von dort ging es zurück zu unserem ruhigen kleinen Zuhause und genossen den Sonnenuntergang über Blumenfeldern.