
FR26.5 Séguret & Sablet
Die Nacht verbrachten wir an einem kleinen Mehrzweckzentrum mit großem Parkplatz mitten im Nirgendwo, etwa 15 Minuten von Vaison-la-Romaine entfernt.
Als wir ankamen, stand dort bereits ein anderer Camper, weshalb wir darauf achteten, uns so hinzustellen, dass wir niemanden stören würden. Die Nacht war herrlich ruhig und der Platz erwies sich außerdem als perfekter Ausgangspunkt für Spaziergänge und Fahrradtouren.
Séguret und Sablet lagen jeweils nur etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, sodass sich eine schöne Rundtour anbot.
Bewegung und Sightseeing kombiniert – yaaay 🚲 📸!
Unser Camper-Nachbar gehörte offenbar zur Kategorie “Frühstarter”, denn um 8 Uhr morgens war er bereits spurlos verschwunden. Wir genossen in Ruhe unser Frühstück, luden die Fahrräder ab und machten uns auf den Weg nach Séguret.
Die Strecke führte durch Felder, vorbei an Zypressen und alten Bauernhäusern und hatte fast etwas Magisches.
Als wir in Séguret ankamen, wurde uns außerdem klar, wie schlau unsere Entscheidung mit den Fahrrädern gewesen war (ja, das kommt tatsächlich gelegentlich vor!).
Der winzige Parkplatz war bereits komplett voll und für Wilma wäre das Ganze ein absoluter Albtraum geworden. Zum Glück haben Fahrräder solche Probleme nicht.
Also machten wir uns bestens gelaunt auf den Weg ins Dorf.
Séguret ist eines dieser Dörfer, die aussehen, als hätte jemand sie einfach an den Berghang geklebt. Kleine Gassen schlängeln sich nach oben, vorbei an Cafés, Geschäften und wunderschön gepflegten alten Steinhäusern.
Die Atmosphäre war einfach fantastisch.
Allerdings ist Séguret deutlich kleiner als Vaison-la-Romaine und nach etwa einer Stunde hatten wir tatsächlich jeden Winkel gesehen. Also schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und fuhren weiter nach Sablet.
Am beeindruckendsten wirkt Sablet vermutlich schon aus der Ferne. In der Mitte eines nahezu perfekt runden Hügels steht ein Turm – ob Kirchturm oder Uhrturm wissen wir bis heute nicht genau – und rundherum zieht sich das Dorf kreisförmig den Hang hinunter.
Im Grunde genommen ist Sablet einfach ein Donut mit Turm in der Mitte 🍩.
Dort angekommen hatten wir Lust auf eine kleine Stärkung und gönnten uns einen guten Kaffee sowie ein paar Teilchen aus der örtlichen Boulangerie.
Inzwischen war uns aufgefallen, dass Boulangerien in Frankreich offenbar einen ganz anderen Stellenwert haben als Bäckereien in Deutschland – und das, obwohl Deutschland eigentlich als Brotland bekannt ist.
Die Auslagen sind mit viel Liebe gestaltet, die Präsentation spielt eine große Rolle und die Freundlichkeit des Personals ist wirklich bemerkenswert. Dazu kommt, dass die Franzosen bei Brot und Gebäck deutlich experimentierfreudiger zu sein scheinen – und unserer Meinung nach mit großem Erfolg.
Wir sind auf jeden Fall große Fans geworden.
Dass die Preise außerdem deutlich unter deutschem Niveau liegen, schadet natürlich auch nicht.
Sablet ist noch einmal kleiner als Séguret – zumindest der historische Ortskern – und so machten wir uns nach einer weiteren gemütlichen Stunde wieder auf den Rückweg zu Wilma.
Dort angekommen stellten wir fest, dass inzwischen mehrere Camper eine kleine eigene Camper-Siedlung direkt neben uns errichtet hatten.
Uns störte das allerdings nicht weiter, denn wir hatten ohnehin schon das nächste Ziel im Kopf.
Also verstauten wir die Fahrräder wieder und machten uns auf den Weg.
Was für ein schöner Tag!
