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Bild mit Tisch und Stuhl im Sand der Sahara bei Sonnenuntergang
🇲🇦 Morocco🌅 On the road🚐 Van life

MA4: M’hamid El Ghizlane

31. März 2026Von Stefan
Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~4 Minuten

Lange bevor wir einen Van hatten, haben wir ein paar „Van-Life"-Leute auf YouTube verfolgt. Die meisten sind inzwischen nicht mehr in unserer Abonnentenliste, aber ein bestimmter Kanal hat es irgendwie geschafft, unser Interesse lange zu halten. Dieser Kanal hat uns auf die ursprüngliche Idee gebracht, Marokko zu besuchen. In den Videos haben wir gesehen, dass alle möglichen Wohnmobile nach Marokko fahren – das hat uns gezeigt: man braucht keinen riesigen Expeditions-Truck mit überdimensionalen Reifen, um an interessante Orte zu kommen.

Über den gleichen YouTube Kanal haben wir vom Campingplatz „CAMP BIVOUAC HASSI SMARA" erfahren, er tauchte dort eher nebensächlich auf. Trotzdem fanden wir beide den Platz sofort spannend und wussten: Da müssen wir eines Tages hin. Er sah atemberaubend aus und es wirkte, als würde man mitten in der Wüste campen. Wir haben ihn bei Google Maps markiert und fast wieder vergessen – bis wir Dave und Mandy auf einem der Campingplätze in Zagora trafen, ein Vollzeit-Van-Life-Pärchen aus Großbritannien.

Wir plauderten über Gott und die Welt und natürlich auch über unsere Reisepläne und wo es als Nächstes hingeht. Dave und Mandy wollten nach M'hamid El Ghizlane (meist einfach M'hamid). Der Name kam uns bekannt vor und wie das so ist, haben wir auf Google Maps geschaut, wo der Ort ist und entdeckten den Campingplatz wieder, den wir vor Ewigkeiten markiert hatten. Wir wollten wissen, wo sie campen wollten und Dave meinte, es gibt eigentlich nur einen Ort, zu dem alle fahren, weil er der beste ist: Camp Bivouac Hassi Smara! Dave meinte aber warnend „no elec, though", also keine Stromversorgung. Das kann uns ja egal sein.
Jetzt war klar, wir fahren auch dorthin und wollen den Besitzer Said kennenlernen, von dem alle schwärmen.

Von Zagora bis M'hamid sind es nur knapp anderthalb Stunden. Trotzdem merkten wir auf dem Weg schnell die Veränderung in der Landschaft. Es fühlte sich an, als würden wir wirklich in die Sahara - in die "echte Wüste" - fahren. Die Kulisse war einfach fantastisch. Die Stadt M'hamid unterstreicht noch einmal, dass man tatsächlich in der Wüste angekommen ist: Safari-Anbieter reihen sich links und rechts aneinander, ordentliche Geländefahrzeuge stehen überall an den Straßenrändern. Ansonsten ist es eine Stadt wie jede andere – mit einem kleinen Souk, einem Gemüsemarkt, ein paar Cafés und dem üblichen Chaos auf den Straßen. Viel zu sehen gibt es in M'hamid nicht, aber die Cafés machen einen wirklich guten Orangensaft 😋.

Die letzten 3 km sind echte „Waschbrettpiste" – wer schneller als 10 km/h fährt, bringt den gesamten Hausstand durcheinander und macht seinen Chiropraktiker sehr glücklich. Nachdem wir Wilma unbeschadet zum Camp gebracht hatten, wurden wir sofort von Younis begrüßt (vermutlich Saids Sohn), der uns für die Formalitäten sowie Tee und kleine Snacks in ihr Zuhause einlud.

Sobald Wilma geparkt war und wir unser neues Zuhause für die nächsten Tage gefunden hatten, rollte Younis den Teppich vor der Tür aus und wir richteten uns ein.

Am ersten Tag kam ein französisches Pärchen mit einem umgebauten LKW-Wohnmobil an. Wir haben uns sofort gefragt, ob das wohl gut geht und schwupps, schon steckten sie fest. Es war toll zu sehen, dass sofort jeder mit seiner Schaufel herangeschlappt kam und gemeinsam haben wir den LKW wieder ausgegraben. Das hat sich dann noch viermal wiederholt, bis die beiden entschieden, sie stehen jetzt erstmal gut.
Wir trafen Dave und Mandy wieder, lernten Diane und Nige kennen (ein weiteres Vollzeit-Van-Life-Pärchen aus Großbritannien), Matthias, ebenfalls Deutscher, der den Süden Marokkos per Fahrrad entdeckte, Mario, einen ehemaligen Rettungshubschrauber-Piloten, der alte Freunde in Marokko besuchte, sowie Peter und Heidi, die die Welt umsegelt haben – und viele andere. Mit den meisten sind wir noch heute in Kontakt, und genau das hat diesen Aufenthalt so besonders gemacht. So viele gleichgesinnte Menschen kommen zusammen, offen dafür, sich kennenzulernen, ihre Erfahrungen zu teilen und einander zu helfen. Wir haben uns unglaublich wohl gefühlt und dachten "so sollte das Leben sein".

Wir haben hier viele unvergessliche Tage und Nächte verbracht und werden definitiv wiederkommen. Die Gastfreundschaft ist unvergleichlich und das Erlebnis so authentisch – einfach wunderbar.
Der einzige Nachteil? Irgendwann muss man gehen …