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Blick auf Reine vom Gipfel des Reinebringen
🇳🇴 Norwegen🚐 Van life🌅 On the road

Reine: Wenn der Himmel grün wird

21. Dezember 2025Von Kathrin
Zurück zu allen GeschichtenLesezeit ~3 Minuten

Wenn du dich schon mal gefragt hast, ob Orte von Postkarten wirklich existieren, dann lass mich dir Reine vorstellen. Eingebettet zwischen dramatischen Granitgipfeln, übersät mit leuchtend roten Fischerhütten und umgeben von unglaublich türkisfarbenem Wasser, ist Reine einer dieser Orte, die dich mitten im Satz innehalten und einfach nur staunen lassen. Es wird oft als eines der schönsten Dörfer der Welt bezeichnet – und ehrlich gesagt, können wir das gut nachvollziehen.

Reine ist seit über tausend Jahren bewohnt und war lange ein wichtiges Fischerdorf. Heute ist es eines der bekanntesten Reiseziele der Lofoten und zieht Naturliebhaber, Fotografen und alle an, die das Gefühl suchen, an einem wirklich außergewöhnlichen Ort zu sein.

Und natürlich darfst du bei einem Besuch in Reine nicht auf den Reinebringen verzichten, den Berg, der zum Aussichtspunkt des gesamten Archipels geworden ist.

Reinebringen: 1.978 Stufen zu purem Zauber

Der Weg hinauf zum Reinebringen ist berühmt – zum einen wegen der Aussicht, zum anderen wegen der Anstrengung, die es kostet, sie zu erreichen. Die 1.978 Steinstufen, die von nepalesischen Sherpas sorgfältig gebaut wurden, schlängeln sich steil den Berg hinauf wie eine Treppe zum Himmel.

Die meisten Leute brauchen 1,5 bis 2 Stunden, um den Gipfel zu erreichen.
Wir haben es in 45 Minuten geschafft 😃. Der Aufstieg war steil, aber jedes Mal, wenn wir eine Pause machten, um zu verschnaufen, sah die Aussicht hinter uns immer unwirklicher aus.

Als wir endlich den Gipfel erreichten, merkten wir schnell, dass wir nicht allein waren.
Dutzende von Wanderern waren schon da oben und versuchten, das perfekte Foto von sich selbst mit der Aussicht zu schießen – und ehrlich gesagt, wer könnte ihnen das verübeln? Bei einer solchen Kulisse konnten auch wir nicht widerstehen, noch ein paar „nur noch ein paar“ Fotos zu machen.

Es war, als würde man eine lebende Postkarte betreten.
Stell dir die Lofoten vor, die du von Fotos kennst – und multipliziere das dann mit zehn.

Das Wetter an diesem Tag war perfekt. Also haben wir ein paar Stunden später spontan beschlossen:

Wir klettern noch einmal hinauf.

Zurück über die fast 2.000 Stufen, diesmal im Dunkeln, ausgerüstet mit Stirnlampen, Decken und einem Gefühl von Abenteuer, das wahrscheinlich zu 20 % aus Begeisterung und zu 80 % aus fragwürdigem Urteilsvermögen bestand.

Als wir das zweite Mal oben ankamen, passierte was Unglaubliches.
Ein sanfter grüner Schimmer tauchte über den Bergen auf … wurde dann heller … und fing an zu tanzen.

Die Nordlichter.
Es fühlte sich an, als wären sie nur für uns da.
Keine Menschenmassen. Kein Lärm.

Wir standen über drei Stunden lang da, in Decken eingewickelt, mit eiskalten Gesichtern, aber mit einem Herzen voller Freude. Als wir von der Spitze des Reinebringen aus die Aurora über den Himmel tanzen sahen, war es, als würden wir in einen Traum eintauchen, von dem wir nicht mal wussten, dass wir ihn hatten.

Northern Lights micro-timelapse

Die 1.978 Stufen im Dunkeln wieder runter?
Sagen wir mal so: vorsichtig. Sehr vorsichtig.
Und ja – die Muskelkater am nächsten Tag waren echt.

Reine ist mehr als nur schön, es ist unvergesslich. Ein Dorf, wo alte Fischereigeschichte auf wilde Landschaften trifft.

Und manchmal, wenn man Glück hat, antwortet der Himmel mit Grün.

Reine hat uns nicht nur beeindruckt, es hat uns in seinen Bann gezogen. Und es ist ein Ort, den wir noch lange in Erinnerung behalten werden.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Å, dem winzigen Dorf am Ende der Straße. Dort gönnten wir uns die vielleicht besten Zimtschnecken unserer gesamten Reise, frisch aus einer alten Bäckerei, die es schon seit Generationen gibt. lecker 🤤

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