
Ein Traum wird wahr: Endlich auf den Lofoten
Die Lofoten zu besuchen, war schon lange einer meiner Reiseträume. So einer, den man im Hinterkopf behält und hofft, dass es irgendwann mal klappt. Und dann war es plötzlich soweit.
Wir stiegen voller Vorfreude von der Fähre (Melbu – Fiskebøl) und waren beide ein bisschen wackelig auf den Beinen nach einer ziemlich wilden Überfahrt (mein Magen war nicht gerade begeistert von der Begeisterung des Meeres). Aber als die zerklüfteten Gipfel der Lofoten durch den Nebel auftauchten, war das mulmige Gefühl sofort weg. Wir waren angekommen und es fühlte sich fast unwirklich an.
Und dann kam die echte Überraschung: Die Lofoten haben unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Jeder Bergrücken, jede Bucht, jeder Lichtwechsel wirkte dramatischer, kraftvoller und lebendiger als auf allen Fotos, die wir jemals gesehen hatten. Und das Beste daran? Wir konnten uns Zeit lassen. Keine Eile, kein Zeitplan. Einfach Tage, um einen der atemberaubendsten Orte der Welt in unserem eigenen Tempo zu erkunden.
Die Lofoten sind in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Obwohl sie oberhalb des Polarkreises liegen, sind sie dank des Golfstroms wärmer, als man erwarten würde. Ihre Berge gehören zu den ältesten der Welt und ragen wie uralte steinerne Wächter direkt aus dem Meer empor. Im Sommer geht die Sonne nicht unter, im Winter geht sie kaum auf. Und überall sieht man Spuren der Tradition des Kabeljaufangs auf den Inseln – von traditionellen Rorbuer-Hütten bis hin zu hölzernen Trockengestellen, die das Leben der Einheimischen seit Jahrhunderten prägen.
Wir haben unsere Reise im Norden der Inseln angefangen und sind dann langsam Richtung Svolvær, der inoffiziellen Hauptstadt, gefahren. Von da aus ging's weiter nach Henningsvær, einem Ort, der uns sofort gefallen hat. Henningsvær liegt auf mehreren kleinen Inseln, die durch Brücken verbunden sind, und fühlt sich fast wie ein eigenes kleines nordisches Universum an. Bunte Häuser, kreative Werkstätten, kleine Galerien und Cafés, die mit Einheimischen und Reisenden gleichermaßen gefüllt sind.
Ein Ort, der uns total begeistert hat, war die Trevarefabrikken, eine alte Fabrik, die zu einem gemütlichen, vielseitigen Café und Kulturzentrum umgebaut wurde. Es hat uns so gut gefallen, dass wir gleich zweimal hingegangen sind, um bei heißen und kalten Getränken den Blick aufs Meer zu genießen. Natürlich mussten wir auch den berühmten Fußballplatz besuchen, der spektakulär auf einer felsigen Insel liegt, die komplett von Wasser umgeben ist. Das muss einer der kultigsten Fußballplätze der Welt sein.
Auch wenn wir nicht die einzigen waren, die die Inseln erkundeten, war es in der Nebensaison einfach ruhiger und friedlicher. Es war Leben um uns herum, aber nie überfüllt. Man konnte einfach durchatmen, sich umschauen und das Hier und Jetzt genießen. Wir konnten uns gut vorstellen, wie voll es im Sommer sein muss und wie anstrengend das manchmal für die Einheimischen sein muss.
Als Besucher – egal ob Reisende, Touristen oder Vanlifer – ist es wichtig, sowohl dem Land als auch den Menschen mit Respekt, Neugier und Freundlichkeit zu begegnen.
Das war erst der Anfang unserer unglaublichen Reise auf den Lofoten...
