
Vesterålen: Wilde Schönheit jenseits der Lofoten
Wir haben die Vesterålen-Inseln besucht, eine ruhige Inselgruppe nördlich der Lofoten. Mit der Fähre sind wir in Andenes angekommen, der nördlichsten Stadt der Inselgruppe. Die Stadt ist vor allem für Walbeobachtungen bekannt, da in den tiefen Gewässern vor der Küste das ganze Jahr über Pottwale leben.
Wir hatten schon mal das Glück, diese unglaublichen Tiere zu sehen – in Tofino (Kanada) und Kaikōura (Neuseeland) – also haben wir uns dieses Mal entschieden, nicht mit einem der überfüllten Walbeobachtungsboote mitzufahren, sondern den Tag damit zu verbringen, die Ruhe und Stille der Küste zu genießen. Nur wir, das Meer und ein Schmetterling. 🦋
Eine kurze Autofahrt von Andenes brachte uns nach Bleik, einem kleinen Küstendorf mit einem langen weißen Sandstrand und natürlich türkisfarbenem Wasser. Direkt vor der Küste liegt Bleiksøya, eine winzige Insel, die für ihre große Papageientaucherkolonie bekannt ist, die dort in den Sommermonaten nistet. Wir hätten gerne eine Bootsfahrt gemacht, um diese kleinen lustigen Vögel aus der Nähe zu sehen, aber leider war die Saison schon vorbei und die Touren wurden nicht mehr angeboten.
Als ich am Strand entlang spazierte, passierte was total Unerwartetes: Ein Schmetterling flog eine ganze Weile neben mir her, als würde er mich nicht loslassen wollen. Vielleicht hat ihn meine bunte Jacke angezogen oder er hat einfach meine Gesellschaft genossen 😍.
Das Wetter war so gut, dass wir uns für eine weitere Wanderung entschieden, diesmal auf den Måtind – einen der beliebtesten Gipfel der Insel Andøya. Und das aus gutem Grund: Mit nur 408 Metern Höhe bietet der Gipfel eine wirklich atemberaubende Aussicht. Von oben sieht man die zerklüftete Küste, die sich endlos in die Ferne erstreckt, das tiefblaue Meer darunter und die abgelegene Bucht von Høyvika.
Der Weg ist teilweise ziemlich steil und man muss ein bisschen klettern, aber jeder Schritt lohnt sich. Als wir oben auf dem Gipfel standen, mit dem Wind im Gesicht und dem Meer unter uns, hatten wir das Gefühl, am Ende der Welt zu sein.
Auf dem Weg nach Süden haben wir in Stokmarknes Halt gemacht, wo das Hurtigruten-Museum ist. Hier startete 1893 der berühmte norwegische Küstenexpress, der Nord- und Südnorwegen verband und das Reisen und den Handel entlang der zerklüfteten Küste erleichterte. Das Highlight des Museums ist die MS Finnmarken, ein Hurtigruten-Schiff aus dem Jahr 1956, das in einem großen Glasgebäude erhalten geblieben ist. Ein Spaziergang durch die alten Kabinen und Speisesäle gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben an Bord vor Jahrzehnten.
Was uns an Vesterålen am besten gefallen hat, ist, wie echt es sich anfühlt. Die Landschaften sind wild und unberührt, das lieben wir.
