
Senja, oh Senja
Nachdem wir fünf Tage lang quer durch Schweden gefahren waren, kamen wir endlich in Senja an, Norwegens zweitgrößter Insel, die oft liebevoll „Klein-Norwegen“ genannt wird. Und ich muss sagen – es war Liebe auf den ersten Blick.
Wir hatten schon so viele tolle Sachen über die Insel gehört, aber nichts hätte uns darauf vorbereiten können, wie atemberaubend sie wirklich ist. Bevor wir die Brücke nach Senja überquerten, machten wir einen letzten Zwischenstopp in Finnsnes, der letzten richtigen Stadt vor der Insel. Anscheinend hatten alle anderen die gleiche Idee, denn im Supermarkt wimmelte es von anderen Reisenden, die sich mit Vorräten eindeckten, bevor sie sich in die Wildnis aufmachten.
Sobald wir die Brücke überquert hatten, fühlte es sich an, als würden wir eine andere Welt betreten. Hoch aufragende Berge ragten direkt aus türkisfarbenen Fjorden empor, und kurvenreiche Straßen offenbarten eine atemberaubende Aussicht nach der anderen. Senjas Spitzname „Little Norwegen“ macht absolut Sinn – die Insel vereint alles, wofür Norwegen bekannt ist, an einem Ort: dramatische Gipfel, tiefblaue Fjorde, üppige Täler und weiße Sandstrände, die aussehen, als gehörten sie in die Karibik.
Ja, du hast richtig gelesen – Karibik! Die Strände hier sind einfach unglaublich. Der Sand ist weich und weiß wie Puderzucker, und wenn die Sonne genau richtig auf das klare, eisblaue Wasser scheint, könnte man glatt denken, man wäre in den Tropen. Klar, sobald du einen Fuß ins Wasser steckst, wirst du schnell daran erinnert, dass du immer noch in Norwegen bist 😄. Aber der Kontrast zwischen den Alpengipfeln und den türkisfarbenen Buchten ist echt magisch.
Wir haben unglaubliche Campingplätze mit atemberaubender Aussicht gefunden, Wanderwege, die direkt in die unberührte Natur führten, und malerische Aussichtspunkte, die jeden Halt wie eine Postkarte wirken ließen.
Unser erstes Ziel war Gryllefjord, ein kleines Fischerdorf, das aussah wie aus einem Aquarellgemälde – Boote, die sanft im Hafen schaukelten, bunte Holzhäuser und ein gemütliches kleines Café, wo wir auf einen Kaffee und Waffeln einkehrten. Hier läuft alles etwas langsamer, alles fühlt sich einfach und echt an.
Natürlich haben wir unsere Wanderschuhe geschnürt. Denn wie jeder Reisende in Norwegen weiß, lässt sich die Magie dieses Landes am besten zu Fuß erleben.
Die Wanderungen in Husfjellet und Hesten/Segla sind unsere Favoriten. Die Aussicht vom Gipfel war einfach atemberaubend: zerklüftete Gipfel, die in den Himmel ragten, tiefblaue Fjorde, die sich endlos unter uns ausbreiteten, und ein Gefühl der völligen Freiheit, das schwer zu beschreiben ist.
Segla, der bekannteste Berg der Insel, ragt wie eine riesige Haifischflosse aus dem Fjord heraus und ist einer der meistfotografierten Orte Norwegens – und das aus gutem Grund.
Senja ist vielleicht nicht so bekannt wie die Lofoten, aber genau das macht seinen Charme aus. Es ist genauso schön, nur ruhiger und entspannter. Weniger Leute, mehr Platz und dieses seltene Gefühl, von unberührter Wildnis umgeben zu sein.
Gary Snyder hat mal gesagt: „Die Natur ist kein Ort, den man besucht. Sie ist unser Zuhause.“
Und genau so haben wir uns auf Senja gefühlt – wie zu Hause. Dankbar, geerdet und total beeindruckt von dieser wilden und wunderschönen Ecke Norwegens.
Senja hat echt unsere Herzen erobert. ❤️
