
Das doppelte Leben Warschaus – zwischen Geschichte und Hochhäusern
Nachdem wir wegen der Regenvorhersage in Masuren unsere Pläne geändert hatten, landeten wir in der polnischen Hauptstadt.
Wir haben die bunte Altstadt mit ihrem historischen Charme erkundet. Als wir über die belebten Plätze und durch die Straßen schlenderten, konnten wir die Geschichte förmlich spüren.
Besonders beeindruckend: Genau wie in Danzig wurde auch die Altstadt von Warschau nach ihrer fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Mithilfe alter Fotos, Gemälde und Baupläne hat die Stadt es geschafft, ihr historisches Zentrum so detailgetreu und nah am ursprünglichen Entwurf wiederherzustellen, dass es zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Nicht wegen seines Alters, sondern wegen der außergewöhnlichen Wiederaufbauarbeit.
Und natürlich gibt's, wo immer es eine Altstadt gibt, meistens auch eine Neustadt in der Nähe. Als wir in die Warschauer Neustadt kamen, war es, als würden wir in eine ganz andere Welt eintauchen: breite Straßen, hohe Glasgebäude, moderne Ladenfronten und ein schachbrettartiges Straßenmuster. Es erinnerte uns ein bisschen an Manhattan, nur nicht so voll.
Manchmal fühlte es sich ehrlich gesagt eher wie eine amerikanische Stadt als wie eine europäische Hauptstadt an. Der Palast der Kultur und Wissenschaft erinnerte uns an eine Mini-Version des Empire State Buildings. Mit seiner imposanten Höhe ist es ein sehr beeindruckendes Gebäude inmitten der neuen modernen Welt.
Warschau ist auch eine Stadt des Wissens und der Entdeckungen. Die Universität Warschau, die 1816 gegründet wurde, ist nicht nur eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt, sondern auch eine der besten akademischen Einrichtungen Polens. Im Laufe der Jahrhunderte war sie Heimat vieler brillanter Köpfe, darunter die Nobelpreisträgerin Marie Skłodowska-Curie, die hier studierte, lange bevor sie die Welt der Wissenschaft für immer veränderte.
Der Kontrast zwischen Alt und Neu macht Warschau so spannend. Und obwohl Warschau eigentlich nicht auf unserem Plan stand, sind wir echt froh, dass wir dort Halt gemacht haben. Die Stadt hat uns eine ganz neue Perspektive auf Polen eröffnet und unserer Reise eine unerwartete Dimension gegeben.
